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Aktivitäten

- Geheimnis aus den Anfängen des Teehauses Ruppertsberg entdeckt

Nun heißt es: „Wenn du es teilst, hast du es nicht mehr!“

Über die ehrenamtliche Unterstützung der notwendigen Untersuchungen zur Konstruktion und zum Zustand der hölzernen Innenausstattungen wie Türen, Wand- und Deckenverkleidungen durch die angehenden Holzrestauratoren Matthias Vogel, Kristina Henningsen, Carla Helmrich, Josefin Tönjes und Kaja Schönfelder aus dem Hildesheimer HAWK-Master-Studiengang Konservierung und Restaurierung haben wir bereits am 10. Oktober 2019 berichtet. Nicht jedoch über die Geheimnisse, die sie zusammen mit ihrem Dozenten Dr. Ralf Buchholz zu zwei wichtigen Bauphasen entdeckt haben.

Das Ziel „Wissen schaffen, teilen, schützen“ des Europäischen Kulturerbejahres 2018 unter dem Motto „Sharing Heritage“ passt gut zur Lüftung von Geheimnissen. Gilt es doch den Erben unseres Erbes die Bedeutung von vergangener und gegenwärtiger Kultur zu vermitteln. Und dabei hilft auch die Entdeckung faszinierender Befunde.

Dazu zitieren wir aus dem beeindruckenden Bericht unserer Unterstützer:
… im Zuge der restauratorischen Untersuchungen [wurden] zwei bis dato unbekannte Signaturen entdeckt, die wichtige Hinweise zur Geschichte des Teehauses liefern. Die erste Signatur befindet sich auf der Rückseite der zweiten Setzstufe der Treppe.

In der lasierten Holzimitationsmalerei ist deutlich die Inschrift „Joh Klug 1905“ erkennbar, vermutlich die Signatur des ausführenden Malers … Die Signatur scheint mit einem Gegenstand in die noch feuchte Lasur geschrieben worden zu sein. Ob dieser Maler auch andere Teile der Ausstattung farbig gefasst hat, lässt sich nicht sagen. (Foto © HAWK)

Die zweite Signatur befindet sich ebenfalls im Treppenraum. Hier wurde bei Arbeiten nach dem Brand 2014 ein Brett der hölzernen Decke teilweise herausgebrochen, sodass nun Einblick in den Hohlraum des Treppenpodestes besteht. Dort befindet sich ein angenagelter Holzklotz auf dessen Hirnholzseite eine Beschriftung sichtbar ist

Die Inschrift ist in Kurrentschrift verfasst und ist besonders in den verfärbten Bereichen rund um die Nägel schwer leserlich. Eine erste Transkription ergab folgenden Wortlaut:
„Diese Stufen fasst
Martin Werner
von Wachenheim bei
der Haardt (.?) Gemacht
in diesem Garten(?)
Juni (? erster Buchstabe fraglich) 1842“
(Foto © HAWK)

Das Datum am Ende der Signatur verweist auf das Jahr 1842. Die Annahme, dass das Teehaus im Jahr 1844 erbaut wurde, könnte so widerlegt werden. An dieser Stelle sind aber noch weitere Nachforschungen notwendig …

Eine tolle Aufspürung, fast wie die Entdeckung eines Grundsteins, nur eben aus Holz. Bis dato ein Geheimnis. Das Teehaus hat es ehrenamtlich wirkenden Studierenden preisgegeben. Doch: wenn du es teilst, hast du es nicht mehr! Und doch: teilen macht Freude.

Zum Schluss noch eine kleine Anmerkung: Auch der sehr profunde und umfängliche Bericht gehört zu keiner Studienleistung. Wir sind sehr beindruckt von so viel jungem Ehrenamt